Brustkrebs ist nach wie vor die häufigste Krebserkrankung bei Frauen in Europa. Umso entscheidender ist eine Früherkennung, die nicht nur zuverlässig, sondern auch möglichst schonend ist. Genau hier gerät die klassische Mammografie zunehmend unter Druck: Sie arbeitet mit Röntgenstrahlen, ist für viele Frauen schmerzhaft – und liefert vor allem bei dichtem Brustgewebe oft nur eingeschränkt aussagekräftige Resultate. Ein neues Screening-Angebot aus Zürich will das nun ändern.

MRI statt Röntgen: ein Paradigmenwechsel in der Früherkennung

Mit dem sogenannten MammaMRI setzt Aeon Life auf Magnetresonanztomographie statt auf Röntgentechnik. Das Verfahren kommt vollständig ohne Strahlung aus und verzichtet auf das bekannte Zusammendrücken der Brust. Stattdessen erfolgt die Untersuchung liegend und schmerzfrei – ein Aspekt, der für viele Frauen eine entscheidende Hürde senkt.

Noch wichtiger ist jedoch die diagnostische Leistung: Während die Mammografie statistisch nur gut jede zweite Erkrankung erkennt, liegt die Sensitivität des MRI deutlich höher. Studien zeigen, dass MRI-basierte Screenings Tumore früher und präziser erfassen können – insbesondere in Gewebestrukturen, in denen Röntgen an seine Grenzen stösst.

Vorteile für dichtes Brustgewebe und Implantate

Rund 40 Prozent der Frauen haben dichtes Brustgewebe – ein Faktor, der die Aussagekraft der Mammografie erheblich einschränkt. MRI hingegen bleibt auch bei hoher Gewebedichte zuverlässig. Gleiches gilt für Frauen mit Brustimplantaten: Da kein Druck ausgeübt wird, besteht kein Risiko für Implantatschäden. Im Gegenteil – bestehende Veränderungen oder Defekte lassen sich im MRI sogar sichtbar machen.

Damit adressiert das MammaMRI gleich zwei Gruppen, die in der klassischen Vorsorge bislang nur unzureichend berücksichtigt wurden.

Früher erkennen, sanfter untersuchen

Das erklärte Ziel hinter dem neuen Angebot ist es, die Schwelle zur Vorsorge zu senken – nicht durch Vereinfachung, sondern durch bessere Technologie. Eine frühe Diagnose erhöht die Heilungschancen deutlich, doch Angst vor Schmerz oder Strahlenbelastung hält viele Frauen von regelmässigen Untersuchungen ab.

Das MammaMRI setzt genau hier an: maximale Präzision bei minimaler Belastung.

Verfügbarkeit und Einordnung

Aktuell wird das Screening in Zürich angeboten, eine Ausweitung auf weitere Standorte ist geplant. Die Kosten liegen derzeit bei CHF 1490.– für einen Einzel-Scan, respektive bei CHF 500.– als Zusatzuntersuchung im Rahmen eines Ganzkörper-MRI. Eine Kostenübernahme durch Krankenkassen besteht noch nicht, entsprechende Gespräche laufen.

Das Angebot richtet sich damit vorerst an Frauen, die aktiv in ihre Gesundheitsvorsorge investieren möchten – und an jene, die sich eine Alternative zur Mammografie wünschen.

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