Dass sich Männer heutzutage mit ihrer Kleidung schwerer täten als viele Frauen, kann pauschal so nicht mehr gesagt werden. Die meisten Männer haben inzwischen genauso ein Gespür für Kleidung entwickelt und bevorzugen aus sich heraus einen bestimmten Style. Doch nicht zu jeder Gelegenheit passt ein solcher bestimmter Style. Hier geht's zum ultimativen Garderoben-Guide für moderne Männer.

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Wer sich zu sehr auf Streetstyle einschiesst, wird sich bei seriöseren Anlässen mitunter häufiger underdressed vorkommen. Wer hingegen ausschliesslich Anzug trägt, fällt vielleicht auf manch einer lockeren Party unangenehm auf oder fühlt sich beim Campingtrip mit Freunden falsch aufgehoben. Natürlich kann jeder immer tragen, was er möchte. Es lohnt sich aber definitiv, eine persönliche Garderobe zusammenzustellen, die zu jeder Gelegenheit ein passendes Outfit bietet.

 

Warum sich ein gut sortierter Kleiderschrank lohnt

Bevor wir dir zeigen, aus welchen einzelnen Kleidungsstücken sich ein gut sortierter Kleiderschrank zusammensetzen sollte, wollen wir dir erklären, warum sich ein gut situierter Kleiderschrank lohnt. Es gibt dafür vor allem drei Gründe:

1. Übersichtlichkeit

In den allermeisten Fällen sehen heute auch die Kleiderschränke vieler Männer chaotisch, unübersichtlich und nicht gerade einladend aus. Du kennst sicher die Situation, ein bestimmtes T-Shirt oder eine Jeans zu suchen und das Kleidungsstück einfach nirgends zu finden. Das frustriert und kann einem bestimmte Outfit-Kombinationen vermiesen.

Noch ärgerlicher ist es, einen eigentlich vollen Kleiderschrank zu haben, aber für einen bestimmten Anlass doch nicht das passende Outfit zusammenstellen zu können.

Wenn du deinen Kleiderschrank nach Plan zusammenstellst und gut sortierst, vermeidest du genau diese Probleme. Stattdessen sorgst du für Übersichtlichkeit und findest mit wenigen Handgriffen immer genau die Kleider, die du gerade brauchst.


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2. Kombinationsmöglichkeiten

Eine moderne und gut sortierte Garderobe erlaubt dir, Basics mit besonderen Teilen gut zu kombinieren. Kaufst und stellst du dir deinen Kleiderschrank vollkommen planlos und willkürlich zusammen, kann es hingegen passieren, dass viele Dinge letztlich gar nicht zusammenpassen. Du solltest aber versuchen, fast alles passend zueinander zu kaufen. So sparst du selbst bei neuen Outfit-Experimenten Zeit – weil eben das meiste miteinander kombinierbar bleibt.

 

3. Passende Outfits für jeden Anlass

Letztlich ermöglicht ein gut sortierter Kleiderschrank, dass du für wirklich jeden Anlass ein passendes Outfit aus deinem Schrank zusammenstellen kannst. Dadurch vermeidest du den Moment, indem etwa ein Bewerbungsgespräch, eine Outdoor-Tour oder eine glamouröse Party ansteht und du merkst, dass dein Kleiderschrank darauf nicht vorbereitet ist. Daraufolgende Spontankäufe sind dann meist überteuert und im ungünstigsten Fall findest du dabei nicht einmal das, was dir eigentlich richtig gut gefällt.

 

Die Garderobe von Grund auf neu zusammenstellen?

Apropos Investieren – vielleicht fragst du dich jetzt, ob du für die Zusammenstellung einer modernen Garderobe tief in die Tasche greifen und alles von Grund auf neu kaufen musst. Natürlich ist das nicht der Fall.

 

Ausmisten für mehr Übersichtlichkeit und mehr Budget

Damit dein Kleiderschrank am Ende wirklich gut zusammengestellt ist, solltest du im grossen Stil ausmisten. Denn es gibt vermutlich etliche Kleidungsstücke, die du nicht mehr oder nur sehr selten trägst, die aber Platz besetzen und für  Übersichtlichkeit in deinem Schrank sorgen.

Am besten gehst du nach der Methode Marie Kondos vor. Die Japanerin, die mit ihrer Aufräum-Philosophie reich geworden ist, empfiehlt beispielsweise beim Aussortieren des Kleiderschranks Folgendes: Du nimmst jedes einzelne Teil in die Hände, schaust es an und beobachtest, was für ein Gefühl das Stück auslöst. Alles, was sich nicht richtig gut anfühlt, wird ausgemistet. Die aussortierten Sachen kannst du dann online oder auf Trödelmärkten verkaufen und dir von dem Erlös sinnvolle Ergänzungen für deinen Kleiderschrank dazuzukaufen.

Tust du dich schwer, zu entscheiden, was du behalten magst und was nicht, verwende die Kleiderbügel-Methode. Drehe alle Kleiderbügel verkehrt herum oder in eine bestimmte Richtung. Sobald du ein Kleidungsstück trägst, wird der Bügel umgedreht. Nach der Saison schaust du, welche Sachen nie getragen wurden. Diese kannst du radikal aussortieren.

 

Die wichtigsten Basics im Kleiderschrank

Unterwäsche

Kommen wir zu den konkreten Fashion-Pieces, die in einer modernen Männergarderobe nicht fehlen sollten. Wir beginnen mit den Basics. Zunächst brauchst du natürlich Unterwäsche:

  • Mit 7 bis 10 Unterhosen oder Boxershorts machst du nichts falsch. Schwarz eignet sich als Farbe am besten, da so diverse Flecken nicht sofort sichtbar werden.
  • Zusätzlich zu den normalen Unterhosen, empfiehlt sich mindestens eine lange Unterhose für besonders kalte Tage.
  • Hinzu kommen für die Füsse mehrere Paare Sneakersocken, längere feinere Strümpfe für schickere Outfits und dickere Wollsocken für den Winter. Neben schwarzen und weissen Socken kannst du hier ruhig nach Lieblingsfarben suchen und auch mal ein gewagteres Muster ausprobieren.
  • Trägst du gerne Unterhemden, greifst du hier am besten zu weissen Modellen. Sie sind zeitlos, fallen unter Shirts und Hemden am wenigsten auf und werden von diversen Marken in guter Qualität angeboten.

 

T-Shirts

Mit Unterhemd im Sommer herumlaufen – das traut sich nicht jeder und manchmal ist es auch einfach nicht wirklich angemessen. T-Shirts hingegen lassen sich auch in den meisten Restaurants tragen und bilden ein absolutes Basic für jeden Kleiderschrank. Ob beim Schlendern in der Stadt, für Wanderungen oder als erste Lage unter dem Hemd bzw. Pullover: T-Shirts sind einfach unersetzbar für jeden Kleiderschrank.

  • Neben einigen bunten, gewagteren T-Shirts für die Freizeit, solltest du 3 bis 5 schwarze, weisse und graue Shirts im Schrank haben. Sie lassen sich zu fast allem gut kombinieren.
  • Wenn du viele Outdoor-Aktivitäten unternimmst, kann es sich zudem lohnen, wenn du dir 1 bis 2 kurz- sowie langärmlige Funktionsshirts zulegst. Sie sind etwa aus Merinowolle gefertigt, die die Körpertemperatur besonders gut regelt und Schweiss vom Körper nach aussen abtransportiert. Wenn dir das Wohl der Merinoschafe am Herzen liegt, solltest du beim Kauf auf die richtigen Zertifizierungen achten.

 

Hemden

Hemden gehören ebenfalls in jede gute Männergarderobe. Das gilt auch dann, wenn du sie etwa für deinen Beruf nicht unbedingt tragen musst. Arbeitest du in der Finanz- oder der Versicherungsbranche oder bekleidest du eine Kaderposition in einem grösseren Unternehmen, wirst du auf verschiedene feine Hemden für deinen Arbeitsalltag angewiesen sein. Heutzutage werden Dresscodes allerdings immer seltener. Dennoch solltest du selbst als selbstständiger Künstler etwa oder als Theaterschauspieler Hemden in deinem Kleiderschrank geben. Mit einem schönen Hemd und eventuell einem Sakko darüber machst du nichts falsch. Gleiches gilt für Auftritte auf einem roten Teppich, Galaveranstaltungen oder bestimmten anderen Feierlichkeiten.

Wir empfehlen für deine Garderobe:

  • 2 feine weisse Hemden
  • 1 feines schwarzes Hemd
  • 1 feines hellblaues Hemd
  • 1 weisses Leinenhemd
  • 2 gestreifte oder karrierte Hemden für die Freizeit

 

Pullover

Pullover halten in den kälteren Jahreszeiten oder im Sommer gegen Abend warm und können sehr stylisch aussehen. Die meisten Pullover sind dabei gemütlich und angenehm zu tragen. Folgende Pullover sind sinnvolle Anschaffungen für Männer:

  • 2 feinere Pullover aus Merinowolle oder weicher Baumwolle. Diese kannst du auch über einem Hemd an kalten Tagen im Büro tragen. Unter einem Sakko machen sich Rollkragenpullover sehr gut. Schwarz und Grau sind die besten Farben für feine Pullover. Rollkragenpullover können in einem hellen Beige ebenfalls gut aussehen.
  • 1 bis 2 Sweatshirts und/oder Kapuzenpullover, die du in deiner Freizeit oder zuhause auf der Couch tragen und mit anderen Streetwear-Kleidungsstücken optimal kombinieren kannst.
  • 1 dicker Winterpullover aus Wollmischgewebe, Merino- oder Kaschmirwolle. Für solch einen Pullover wirst du vielleicht etwas tiefer in die Tasche greifen müssen, aber die Anschaffung dürfte sich lohnen.

 

Hosen

Der Unterkörper will selbstverständlich ebenfalls stilvoll bedeckt sein, weshalb du diverse Hosen im Kleiderschrank haben solltest. Auch hier gilt es, diverse Anlässe abzudecken und für jede Gelegenheit, das passende Kleidungsstück parat zu haben.

Wichtig: Anders als bei T-Shirts, Hemden, Pullovern und vielleicht sogar der Unterwäsche, wirst du bei Hosen nicht immer die gleiche Grösse haben. Am Oberkörper passt oftmals immer die gleiche Grösse – also etwa S, M, L oder XL. Hosen sind aber oft ganz unterschiedlich geschnitten. Selbst innerhalb eines Jeansgeschäfts wirst du Modelle der gleichen Marke finden, die dir einmal eine Grösse grösser oder mal zwei Grössen kleiner passen werden. Probiere also vor allem Hosen bestenfalls vor Ort an und bestelle sie nur, wenn es nicht anders geht, im Netz.

Folgende Hosen gehören in jede gute Garderobe:

  • 1 dunkelblaue Jeans
  • 1 hellblaue Jeans
  • 1 schwarze Hose (Jeans oder Chinohose)
  • 1 beige Chinohose
  • 1 helle Shorts für den Sommer
  • 1 dunkle Shorts für den Sommer
  • 1 Sweatpants
  • 1 Badehose

 

Einzelstücke – Anschaffungen für viele Jahre

Der Anzug

Neben Basics in deinem Kleiderschrank, solltest du dir als Mann zusätzlich einige „Einzelstücke“ besorgen. Bei ihnen handelt es sich um Anschaffungen, die in den meisten Fällen viele Jahre halten und die du somit nicht oft erneuern musst.

Der klassische Anzug wäre eines dieser Einzelstücke. Einmal ausgewachsen, lohnt sich ein hochwertiger Anzug, weil er über etliche Jahre getragen werden kann. Suchst du dir ausserdem ein eher schlichtes und zeitloses Modell aus, vermeidest du, dass eine bestimmte Farbe, ein Schnitt oder sonst ein Detail aus der Mode kommt. Zudem kannst du einen neutraleren Anzug wunderbar auf verschiedene Art und Weise geschickt kombinieren. Neben dem Business-Look kannst du mit dem Anzug feiern gehen oder einen Freizeit-Look umsetzen, mit dem du auch beim Schlendern in der Stadt nicht unbedingt overdressed bist. Spätestens für besondere Gelegenheiten, wie Hochzeiten, Trauerfeiern, wichtige Termine, Galas, besondere Dates und Partys kann das gute Stück aus dem Schrank geholt werden.

 

Die Winterjacke

Für die kälteren Jahreszeiten ist eine dicke Jacke, die dich auch bei Eis und Schnee warmhält, unabdingbar. Es gibt unzählige Winterjacken auf dem Markt. Unterschieden wird dabei zwischen Entendaunen, die in der Bekleidungsindustrie weit verbreitet sind und der etwas exklusiveren Variante, den Gänseflaumfedern. Meistens sind bei Produkten mit Gänseflaumfedern ebenfalls noch Entenfedern beigemischt.

Wenn du wissen willst, wie gut die Wärmeisolation der Jacke ist, musst du auf die sogenannte Bauschkraft oder Fillpower, die in Cuin gemessen wird, achten. Ab rund 650 Cuin kannst du davon ausgehen, dass dich die Jacke richtig gut wärmt. Highend Modelle, mit denen du dann selbst für die Arktis gerüstet sein dürftest, kommen auf bis zu 900 Cuin.

Suche dir bei der Winterjacke bestenfalls ein schwarzes oder dunkelblaues und vom Schnitt her schlichtes Modell aus. So garantierst du, dass dir die Jacke nach zwei Wintern immer noch gefällt und dein Geld für ein hochwertiges Modell gut investiert ist.

 

Der Trenchcoat

Natürlich könnten wir hier jetzt noch von Übergangs-, Regen- und Lederjacken, von Blousons, Bomberjacken, Wachsjacken und Wollmänteln schreiben. Aber wir wollen uns neben der Winterjacke auf eine einzige weitere Jacke beschränken – auch, wenn gegen alle anderen genannten nichts einzuwenden ist und eine gute Regenjacke sicherlich eine praktische Ergänzung ist. Aus modischer Sicht empfehlen wir aber vor allem eines: den klassischen Trenchcoat.

Das Besondere am Trenchcoat ist, dass er absolut universell ist. Du kannst ihn zu einem schicken Anzug genauso gut tragen wie zu einem Freizeitlook mit Chino und Pullover. Selbst in der Streetwear-Szene ist der Trenchcoat inzwischen angekommen. Mit einer stilvollen Baggypants und Sneakers und zum Beispiel einer weissen Cap kann der Trenchcoat sogar extrem lässig rüberkommen.

Um das zu garantieren, kaufst du deinen Trenchcoat am besten in Beige. Schwarz ist ebenfalls eine Option. Es muss dabei aber nicht unbedingt das berühmte Designer-Label Burberry sein. Obwohl die Marke die wohl berühmtesten Trenchcoats der Modewelt herstellt, gibt es inzwischen von etlichen anderen Marken Modelle, die sich zumindest optisch kaum unterscheiden.


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