Die meisten von uns sind täglich im Netz unterwegs. Social Media und Videoplattformen sowie Streamingdienste lassen grüssen. Auch geshoppt wird online inzwischen immer häufiger. Damit du als Verbraucher mit deinen Daten im Netz geschützt bist, solltest du bestimmte Dinge beachten. Für den Verbraucherschutz und die Sicherheit ist im Netz grundsätzlich durch einige Vorkehrungen gesorgt. Du solltest diese Sicherheit aber unbedingt durch umsichtiges Verhalten noch weiter steigern.

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Gewährleistungs- und Rücktrittsrecht und Garantien

Um gleich mitten ins Thema einzusteigen, widmen wir uns zuerst den Punkten, die dich als SchweizerIn  beim Onlineshopping schützen. Schliesslich warten beim Onlineshopping die mitunter grössten Gefahren beim „herkömmlichen Surfen“ im Netz auf Dich. Du solltest also deine grundlegenden Rechte kennen und wissen, welche Garantien wann und wie gelten.

Wichtig ist vorab zu wissen, dass, innerhalb der EU grundsätzlich das Recht des Sitzstaates der Online-Shop-BetreiberIn anwendbar ist. Der Sitzstaat ist der Staat, in dem die Online-Shop-Betreiberin bzw. der Online-Shop-Betreiber ihr bzw. sein Unternehmen niedergelassen hat.

Im Folgenden gehen wir daher auch, der Einfachheit halber, von Schweizer Online-Shops aus. Du solltest bei Bestellungen aus dem Ausland aber immer die jeweiligen landesspezifischen Rechte checken. Allerdings dürftest du zumindest bei Bestellungen innerhalb der EU in den meisten Ländern sehr ähnliche Rechte vorfinden und musst dir hier also nicht allzu viele Gedanken machen.

 

Diese Rechte solltest du kennen

Zunächst einmal kannst du von deinen Gewährleistungsrechten gegenüber einem Verkäufer Gebrauch machen, wenn ein Produkt, das du online bestellt hast, Mängel aufweist. Auch beim stationären Handel gilt das.

  • Bei der Gewährleistung handelt es sich nämlich um eine gesetzlich vorgeschriebene Haftung. Das bedeutet, dass kein Onlinehändler von ihr befreit ist. Gewährleistungsansprüche dürfen weder eingeschränkt noch ausgeschlossen werden.
  • Bestehen Mängel an deinem bestellten Produkt in irgendeiner Form bereits bei der Lieferung, hast du das Recht, die Ware zurückzugeben. Das gilt zudem, wenn sich die schon zum Lieferzeitpunkt bestehenden Mängel erst im späteren Gebrauch der Ware bemerkbar machen. Gewährleistungsansprüche gelten zwei Jahre.
  • Der Verkäufer muss deine mangelhafte Ware entweder reparieren oder sie gegen ein entsprechend mangelfreies Exemplar gleicher Art austauschen.
  • Du hast nicht prinzipiell das Recht, von einem Vertrag, den du etwa durch den Kauf einer Ware in einem Online-Shop mit einem Unternehmen schliesst, zurückzutreten. In Deutschland oder Österreich gibt es ein solches Rücktrittsrecht, das allerdings auch hier auf eine bestimmte Frist beschränkt ist. In der Regel liegt die Frist zwischen 14 und maximal 30 Tagen.
  • In der Schweiz jedoch können Verkäufer sich für eine solche Klausel entscheiden, sie unterliegen hier aber keiner gesetzlichen Verpflichtung. Der Ehrenkodex des HANDELSVERBAND.swiss sieht jedoch ein Rückgaberecht von 14 Tagen vor, weshalb einige Onlineshops sich für ein solches entscheiden. Nur die Verbandsmitglieder sind zu diesem aber verpflichtet.
  • Häufig werden Gewährleistungen und Garantien gleichgesetzt. Allerdings ist eine Garantie, im Gegensatz zur Gewährleistung, eine freiwillige vertragliche Leistung von Seiten des Unternehmens.
  • Oft wird beispielsweise die Mangelfreiheit eines Produkts über einen bestimmten Zeitpunkt per Garantie festgelegt. Bei einem Notebook beispielsweise liegt diese häufig zwischen 2 und 3 Jahren. Garantieansprüche lassen sich gegenüber dem Garantiegeber dann geltend machen, wenn dieser sich in der Garantieerklärung zu bestimmten Garantien verpflichtet hat. Das können Leistungen, wie die Reparatur, der Austausch, die Kaufpreisrückerstattung oder sonstige Abhilfe sein.

 

Von Verifizierungsverfahren und Legitimationsprüfungen

Vielleicht gehörst auch du zum Grossteil der Verbraucher im Netz, die es leid sind, für die Nutzung diverser Dienste nicht ganz unaufwändige Sicherheitsverfahren zu durchlaufen. Man denke hier etwa an ewige Captchas. Hin und wieder bitten diese einen, Ampeln, Busse oder Zweiräder anzuklicken, aber selbst nach mehrmaligen Fenstern lässt sich keine Legitimation erwirken. Verzweiflung vor dem Bildschirm macht sich breit, bis es irgendwann dann doch noch funktioniert.

Doch diese und ähnliche Verfahren oder Prüfungen der Identität erhöhen die Sicherheit im Internet enorm und sind daher gut und wichtig. Ohne sie könnten Bots Zugriff auf bestimmte Funktionen und Websites bekommen, wodurch deine persönlichen Daten gefährdet würden.

Mindestens folgende drei Verifizierungsverfahren und Legitimationsprüfungen solltest du neben den Captchas kennen:

 

Die Zwei-Faktor-Identifizierung

Wie der Name der Zwei-Faktor-Identifizierung schon verrät, wird bei diesem Identitätsnachweis mit zwei verschiedenen und vor allem unabhängigen Komponenten die Identität eines Nutzers nachgewiesen. Gerade im Online-Banking spielt dieses Verfahren eine wichtige Rolle.

Hierbei wird beispielsweise mit einer Passphrase (einem Passwort) und einer Transaktionsnummer ein Zugang freigeschaltet. Die Passphrase gibst du dabei in deinen PC oder dein Smartphone ein, die TAN wiederum generierst du in einer App oder auf einem physischen Generator.

 

Die KYC-Verifizierung

Die KYC-Verifizierung (KYC = Know Your Customer) ist ein Verfahren, das beispielsweise Kreditinstitute und Versicherungen, aber auch Online-Casinos nutzen. Letztere etwa müssen gemäss den Glücksspielbestimmungen aus verschiedenen Gründen eine Verifizierung vornehmen, um die Identität eines Kunden zu überprüfen. Auch der tatsächliche Besitz der Zahlungsmethode lässt sich mit dieser Legitimationsprüfung sicherstellen und nicht autorisierte Transaktionen können beseitigt werden.

Für die KYC-Verifizierung wird in der Regel ein gültiger Lichtbildausweis sowie diverse, im Einzelfall hinzukommende Dokumente oder Nachweise benötigt. Das können zusätzlich eine Überprüfung der Zahlungsmethode, ein Mietvertrag, eine Stromrechnung oder Ähnliches sein.

 

Das Video-Ident-Verfahren

Beim Video-Ident-Verfahren erfolgt eine Online-Identifizierung zur Bestätigung der Identität eines Verbrauchers. Wenn du zum Beispiel ein neues Bankkonto eröffnest oder einen Mobilfunk-Vertrag abschliesst, kommt dieses Verfahren mit Sicherheit zum Einsatz.

Hierbei wirst du live übers Internet ein Videotelefonat führen müssen. Dafür ruft dich eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter eines Unternehmens an, das unabhängig vom eigentlichen Dienstleister agiert.

Für das Videotelefonat musst du zum einen selbst vor der Kamera zu sehen sein. Du wirst dann zum anderen zusätzlich noch aufgefordert, nacheinander etwa Vor- und Rückseite deines Personalausweises oder Reisepasses in die Kamera zu halten. Alle relevanten Daten müssen dabei für die bearbeitende Person sichtbar und lesbar sein.

 

Fake-Shops im Netz identifizieren

Wenn du bei grossen Onlineshops etwa den Schuh-Trends für 2022 nachjagst, bist du rechtlich auf der sicheren Seite. Allerdings gibt es im Netz auch unzählige Fake-Shops, die von Betrügern betrieben werden. Sie haben das Ziel, alle, die online bei ihnen einkaufen, um ihr Geld und mitunter ihre persönlichen Daten zu bringen. Um zu vermeiden, dass du bei einem solchem Fake-Shop einkaufst, solltest du wissen, anhand welcher Merkmale du eben solche Shops identifizieren kannst.

Die Preise

Das erste Merkmal eines Fake-Shops, das dich stutzig machen könnte, sind die vergleichsweise günstigen Preise. Viele Fake-Shops wollen einen damit locken, dass sie im Vergleich zu anderen Onlineshops mit Abstand für alle Produkte die besten Preise anbieten.

Zugute kommt dir dabei allerdings, dass die Preise fast immer auffallend günstig sind. So findest du in Fake-Shops beispielsweise oft Elektronik, die nicht etwa 10, 20 oder 30, sondern oft gleich ein- oder zweihundert Euro günstiger ist als bei anderen Shops. Luxusprodukte finden sich gar zu Spottpreisen. Spätestens dann solltest du mehr als vorsichtig sein.

 

Die Internetadresse

Spätestens nach dem Blick auf die Preise sollte der Blick auf die Internetadresse des Shops fallen. Finden sich hinter der Domainendung weitere Endungen? Steht beispielsweise nach einer schweizer Adresse und somit nach dem „ch“ noch ein „.com“, ist das kein gutes Zeichen.

Ebenfalls stutzig werden solltest du, wenn die URL überhaupt nicht zum Inhalt des Online-Shops passt. Finden sich unter einer URL zum Thema Mode beispielsweise ausschliesslich Produkte aus dem Bereich Kinderspielzeug, stimmt irgendetwas nicht.

 

Das fehlende Impressum

Skepsis und Vorsicht sind spätestens dann angebracht, wenn auf der Seite eines Online-Shops keinerlei Impressum finden kannst. Denn jede seriöse Website – jedenfalls in der EU – verfügt über ein Impressum. Es lohnt sich daher immer ein Blick auf das Impressum und die Kontrolle, ob alle relevanten Daten dort angegeben sind.

Auf seriösen Websites findet sich im Impressum ein Vertretungsberechtigter, die Adresse des Unternehmens sowie eine E-Mail-Adresse zur Kontaktaufnahme.

 

Die Vor- und Nachteile verschiedener Zahlungsarten

Wie im vorherigen Punkt angesprochen, finden sich bei Onlineshops oftmals verschiedene Zahlungsarten. Selbst bei seriösen Shops solltest du dir überlegen, welche Zahlungsart du auswählst. Denn sie haben alle ihre eigenen Vor- und Nachteile. Zu einigen üblichen Zahlungsarten wollen wir dir diese Eigenschaften zur schnellen Übersicht vorstellen.

 

Zahlung per Lastschrifteinzug

Pro

  • schneller Versand der Ware

Contra

  • Zahlung vor Erhalt der Ware
  • da Erlaubnis an Shop erteilt wird, mittels Bankdaten Betrag abzubuchen, muss überprüft werden, ob dieser Betrag richtig abgebucht wurde
  • im Falle von Abos besteht Gefahr, dass Betrag über Vertragslaufzeit hinaus abgebucht wird

 

Zahlung mit Kreditkarte

Pro

  • schneller Versand der Ware
  • im Falle von Problemen manchmal möglich, Zahlungen per Kreditkarte zurückzufordern
  • gut geeignet auch für internationale Zahlungen

Contra

  • Zahlung vor Erhalt der Ware
  • persönliche Kreditkartendaten werden mit Shop geteilt (gefährlich bei Fake-Shops)

 

Zahlung auf Rechnung

Pro

  • Zahlung erfolgt erst nachdem Ware angekommen ist
  • Ware lässt sich somit prüfen
  • schneller Versand der Ware
  • keine Probleme mit Zahlungsrückforderungen bei Mängeln

Contra

  • in vielen Onlineshops nicht angeboten

 

Zahlung mit PayPal

Pro

  • Zahlung vor Erhalt der Ware
  • schneller Versand der Ware
  • Zahlungsdaten einmal gespeichert und somit nicht bei jedem Shop neu einzugeben
  • Käuferschutz des Dienstleisters sorgt für mehr Sicherheit, falls bei Lieferung Probleme auftreten (wichtig: greift nicht bei „Paypal-Freunde“, sondern nur bei „Waren und Dienstleistungen“)

Contra

  • persönliche Daten werden an Unternehmen in den USA weitergegeben
  • falls Passwort geknackt wird, kann jeder über den Account einkaufen, ohne genauen Bankdaten wissen zu müssen

 

Zahlung per Nachnahme

Pro

  • Zahlung erfolgt erst beim Erhalt der Ware
  • Ware lässt sich sofort überprüfen
  • schneller Versand der Ware

Contra

  • meist zusätzliche, nicht geringe Gebühr zu zahlen
  • man muss zum Zeitpunkt der Lieferung selbst anwesend sein

 

Greift der Käuferschutz beim Onlineshopping immer?

Manchmal ist es gar nicht schlecht, sich gegen den Kauf einer Ware im Ladengeschäft und für den Kauf im Netz zu entscheiden. Sicherlich ist es wichtig, den stationären Handel zu unterstützen und dafür zu sorgen, dass dieser weiterhin existieren kann. Dennoch hat der Kauf in einem Onlineshop neben dem Komfort einige offensichtliche Vorteile. Einer davon bezieht sich auch auf deinen Schutz als Käufer.

Kaufst du etwas in einem Ladengeschäft, kann es sein, dass dir hinterher auffällt, dass die Ware nicht die Qualität hat, wie erwartet. Dann liegt es aber am Verkäufer, ob er die Ware zurücknehmen möchte oder nicht. Kaufst du beim Onlineshopping aber mit Käuferschutz ein, bist du vor diversen Problemen gefeit.

So kannst du mittels Käuferschutz etwa sicherstellen, dass die Ware überhaupt geliefert wird. Ausserdem greift der Käuferschutz eben mitunter auch, wenn die Ware nicht das hält, was in der Beschreibung vom Verkäufer versprochen wurde. Doch hier musst du ebenfalls aufpassen. Denn der Käuferschutz greift eben nicht immer.

Grundsätzlich solltest du dir immer durchlesen, wie die Bedingungen des Käuferschutzes aussehen. Welche Pflichten, Fristen und Ausnahmen gibt es hier? Manchmal greift der Käuferschutz ausschliesslich, wenn die Ware nicht versendet wird oder nicht bei dir ankommt. In anderen Fällen bist du zudem geschützt, wenn falsche Ware gesendet wird. Zumindest dies solltest du sicherstellen. Es gilt: Lieber ein wenig Zeit investieren, um die Bedingungen zu studieren, als sich hinterher über verlorenes Geld ärgern.

Auf Nummer Sicher gehst du meist übrigens nur, wenn du dir Shops aussuchst, die generell anbieten, Ware binnen einer gewissen Zeit zurückzunehmen. Wie gesagt, ist dies zumindest bei Onlineshops in der Schweiz aber keine Pflicht. Schau also auch hier immer in die AGBs.

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