Die zunehmende Verschmutzung durch Plastikmüll macht den Weltmeeren und deren Bewohnern immer mehr zu schaffen. Eine Ausstellung in der Zürcher Lumas-Galerie widmet sich nun dieser Thematik. Unter anderem sind beeindruckende Bilder des weltberühmten Unterwasser-Fotografen und „Haiflüsterers“ Jean-Marie-Ghislain zu sehen.

Bilder: www.lumas.com

Über 70 Prozent der Erdoberfläche sind von Weltmeeren bedeckt. Neben Pestiziden, Kunstdünger, Reinigungsmitteln und Öl lassen auch Plastikabfälle die Ozeane immer mehr zur Sondermülldeponie mutieren. Gemäss neusten Schätzungen von Umweltforschern landen heutzutage pro Stunde über 300 Tonnen Plastikmüll im Meer und auf einem Quadratkilometer Meeresfläche liegen mittlerweile rund 18'000 Plastikteile.

Naturwunder und Mahnmale der Ignoranz

LUMAS nähert sich nun zusammen mit weltbekannten Fotografen und der Umweltorganisation „Parley for the Oceans“ dieser globalen Problematik mittels einer Ausstellung unter dem Titel „Im Rausch der Tiefe“ an. In Kollaboration mit Künstlern wie Jean-Marie Ghislain, David Fleetham und Shelia Rogers werden eindrucksvolle Fotografien gezeigt, die zum einen die Schönheit der Ozeane und seiner Bewohner widerspiegeln, gleichzeitig aber auch auf das leise Verschwinden dieses wichtigen Lebensraumes und auf die unschönen Mahnmale menschlicher Ignoranz aufmerksam machen. Einen Ausschnitt davon gibt es in unserer Bildergalerie zu sehen. Der Reinerlös der verkauften Lumas-Editionen von vier Sonderauflagen geht an Parley.

Der Haiflüsterer

Im Zentrum der Ausstellung „Im Rausch der Tiefe“ stehen die Werke des renommierten Unterwasserfotografen Jean Marie Ghislain, der sich weltweit auch einen Namen als „Haiflüsterer“ gemacht hat. Eigentlich hatte der Belgier sein Leben lang Angst vor dem Wasser, bis er 2008 beschloss, sich seiner Furcht zu stellen und einen Tauchkurs belegte. Seitdem widmet er sich nicht nur mit grossem Engagement der Unterwasserfotografie, sondern auch dem Schutz der Tiere. Besonders angetan haben es Ghislain die verschiedenen Hai-Arten, die er in wundervollen, atmosphärischen Schwarzweissaufnahmen porträtiert. Seine spektakulären Bilder, die allesamt ohne Blitz aufgenommen wurden, eröffnen dem Betrachter fast schon einen zärtlichen Blick auf die vermeintlichen Monster, vor denen sich so viele Menschen fürchten. Ghislain betont denn auch, dass die Furcht vor Haien in keinem Verhältnis zu dem Schaden stehe, den die Menschen durch die Tiere nehmen. „Jedes Jahr sterben 100 Millionen dieser Raubfische durch Menschenhand – eine Hand voll Menschen wird jährlich durch Haiangriffe getötet.“ Zum Vergleich: 725'000 Menschen sterben pro Jahr durch Mückenstiche. Jean Marie Ghislain bezeichnet seine persönlichen Begegnungen mit den Raubtieren und „Wächtern der Meere“ als faszinierend und wahrhaftig. „Sie haben mein Verhältnis zum Leben und zu anderen Menschen grundlegend verändert.“

Die Ausstellung „Im Rausch der Tiefe“ findet vom 16. September bis 15. Oktober 2016 in der Galerie LUMAS Zürich (Marktgasse 9) statt. Die Öffnungszeiten: Mo-Fr 10-19 Uhr, Sa 10-18 Uhr.

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