7 starke Kultbücher

Kultbücher gelten als unverwechselbare Werke, die den Nerv einer bestimmten Zeit bestens getroffen haben und sich meist mit unkonventionellen und rebellischen Themen auseinandersetzen, die heute noch (oder wieder) aktuell sind. Wir präsentieren dir hier 7 starke Werke mit weltweitem Kultstatus, die du unbedingt einmal gelesen haben solltest.
„1984“ von George Orwell
Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges schrieb George Orwell «1984» einen der langlebigsten politischen Romane, dessen düsteres Zukunftsszenario heute aktueller denn je ist: die Beseitigung der individuellen Freiheit zugunsten des totalitären Überwachungsstaates – die Türkei lässt grüssen. Auch Donald Trumps Präsidentschaft mit seinem „Wahrheitsgremium“, dessen Aufgabe es ist, im Dienste der Propaganda des Regimes Geschichte umzuschreiben und Fakten in seinem Sinne zu verändern, weckt viele Erinnerungen an George Orwells Roman. Und prompt erobert der 1948 erstmals erschienene Roman in den USA wieder die Bestsellerlisten. Wenige Wochen nach Trumps Amtsantritt war das Kultbuch sogar für Monate ausverkauft.
Teaserbild: © Stilpalast
„Der Fänger im Roggen“ von J.D Salinger
Das millionenfach verkaufte Kultbuch über den 16-jährigen Anti-Helden Holden Caulfield, der nach dem Schulrauswurf allein durch New York zieht und fast alle und alles doof findet, hat mit seinen Grundthemen ebenfalls nie Patina angesetzt: Weder die Probleme mit der Liebe noch die mit der Schule sind seit dem Erscheinen des Buches im Jahr 1951 für Jugendliche leichter geworden ­— und das mit der Scheinheiligkeit der Welt erst recht nicht. Wetten, dass J.D. Salingers „The Catcher in the Rye“ auch dich bewegt?
"Siddhartha" von Hermann Hesse
Siddhartha, die weltberühmte Legende von der Selbstbefreiung eines jungen Menschen aus familiären Vorgaben und gesellschaftlichen Konventionen, zeigt, dass Erkenntnis nicht aus Lehren zu vermitteln ist, sondern nur durch eigene Erfahrung erworben werden kann. Hermann Hesse war nach dem Ersten Weltkrieg erschüttert über den Zusammenbruch der europäischen Welt und beschäftigte sich intensiv mit der Frage nach dem gemeinsamen Kern aller Religionen und was dieses Urreligiöse über einen selbst und das Leben an sich sagt. Seine auf poetische Weise erzählte Suche Siddharthas nach dem Sinn des Seins in der Welt, wird von vielen Literatur-Experten als „Glanzstück an Weisheit“ bezeichnet.
„Meister und Margarita“ von Michail Bulgakov
Der Roman, der in Russland seit Jahrzehnten Kultstatus geniesst, weiss auch Schweizer Literaturliebhaber zu faszinieren. Der Teufel höchstpersönlich mischt zusammen mit mehreren diabolischen Assistenten das stalinistische Moskau der 30er-Jahre auf. Er lässt die Bürokratie leer drehen und foppt bzw. ängstigt gierige Verräter. Nur Margarita und ihr Geliebter, Autor eines Pontius-Pilatus-Romans, werden verschont. Bulgakovs Meisterwerk ist ein komisches, ergreifendes und finsteres Sprachkunstwerk, dessen Faszination sich kaum ein Leser entziehen kann.
“Wer die Nachtigall stört” von Harper Lee
Das wohl wichtigste Buch zum Thema Rassismus in den USA, das erstmals 1960 erschien, erzählt aus der Sicht des siebenjährigen Mädchens Louise "Scout" Finch vom Rassenhass im Süden der USA. Scouts Vater, der Anwalt Atticus, setzt sich für einen Schwarzen ein, dem die Vergewaltigung einer weissen Frau vorgeworfen wird. Der weltweit erfolgreiche Bestseller-Roman, der u.a. mit dem Pulitzerpreis ausgezeichnet wurde, gilt in den USA als eine Art Nationalroman. Eine Umfrage der Library of Congress vor 20 Jahren ergab, dass in Amerika nur die Bibel als einflussreicheres Buch angesehen wird.
"Die Glasglocke" von Sylvia Plath
Der feine Roman der US-Schriftstellerin Sylvia Plath ist sehr autobiographisch und zeigt gnadenlos die Widersprüche und Spannungen auf, mit denen sie als Frau in den 50er- und 60er-Jahren konfrontiert war. Kritiker bezeichnen das Werk der talentierten Nachwuchsschriftstellerin als „Catcher in the Rye“ (Fänger im Roggen) mit weiblicher Hauptfigur, obwohl Ester deutlich reifer ist als Holden Caulfield. "The Bell Jar" der adretten Amerikanerin wird erst nach ihrem Selbstmord im Alter von 30 Jahren zum weltweit vielbeachteten Literaturklassiker und Kultbuch.
„Catch-22“ von Joseph Heller
Der Titel von Hellers Erfolgsroman hat sogar Eingang ins Wörterbuch gefunden. „Catch 22“ wird dort als logischer Widerspruch bezeichnet, der verunmöglicht, dass man zum Ziel kommt – egal, wie man die Sache auch dreht und wendet. Im Buch erlebt der US-Soldat Yossarián eine solche No-win-Situation. Als Pilot im Zweiten Weltkrieg will er aus Angst vor dem Tod keine Einsätze mehr fliegen. Da im Militärgesetz geschrieben steht, dass jeder Soldat, der verrückt geworden ist, aus der Armee entlassen wird, meldet er sich als verrückt, wird aber leider als völlig gesund eingestuft. Schliesslich ist es ja etwas völlig Normales vor dem Krieg flüchten zu wollen. Catch-22 gilt als einer der besten Romane des 20. Jahrhunderts. Wer sich auf das Werk voller geschliffener Sätze einlässt, muss gewohnte Denkweisen ablegen und sich auf Absurditäten, schwarzen Humor und Sarkastisches einlassen.