Geheimtipp Porto

Die zweitgrösste portugiesische Stadt bietet einen unverwechselbaren Mix aus entspannter Atmosphäre und südländischem Temperament und macht damit ihrer grösseren Schwester Lissabon mächtig Konkurrenz. Kein Wunder, ist das charmante Porto am Rio Douro zur absoluten Trend-City avanciert. Stilpalast präsentiert die besten Tipps für einen Städte-Trip in die wunderschöne Küstenstadt.
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Sich einfach mal treiben lassen

Porto ist anders. Porto ist wunderschön. Und Porto ist für alle diejenigen super geeignet, die auch während eines kurzen Städte-Trips absolut stressfrei geniessen möchten und sich an touristisch stark frequentierten Metropolen wie London oder Paris bereits etwas sattgesehen haben. Denn statt unzähligen Sightseeing-Hotspots hinterherzujagen schlenderst du als Tourist in Porto einfach mal durch die Gässchen und lässt dich vom Rhythmus der Stadt treiben.

Sehenswertes und Fotomotive gibt es dabei wie Sand am Meer: Beim Shopping in den kleinen Geschäften, an den Marktständen, am oder auf dem Fluss oder in Cafés beim Beobachten des fröhlichen Treibens. Ganz besonderen Charme haben sowohl die Fassaden der gekachelten Altstadthäuser als auch die aufwändig renovierten Prachtbauten. Und immer wieder entdeckt das aufmerksame Auge auch coole Street-Art-Werke. Diese Mischung aus Verfall, Sorgfalt und Moderne ist jedenfalls einzigartig.

 

Gemütliches Sightseeing

Selbstverständlich gibt es auch in Porto die berühmten Hop-on Hop-off Busse, mit denen du zu den Sightseeing-Punkten fahren kannst. Weil die Stadt aber sehr übersichtlich ist und die meisten Sehenswürdigkeiten gut zu Fuss und easy mit Hilfe eines kleinen Stadtplans erreichbar sind, lohnt sich der Kauf eines solchen Tickets kaum. Ausserdem sind eben genau die schmalen Gassen, in denen die Busse sowieso nicht fahren, so reizvoll.

Unbedingt ansehen solltest du dir die imposante historische Bahnhofshalle von São Bento, die über 800 Jahre alte Kathedrale, die vielen kleinen Kirchlein und Kapellen (vor allem die kleine Igreja de Santa Clara, deren Kirschenschiff aus Gold besteht), die tollen Museen (jeden Sonntagvormittag ist der Eintritt frei), das Kloster „Serra do Pilar“ mit herrlichem Weitblick und vor allem auch das Wahrzeichen der Stadt, die Brücke „Ponte Luis I“. Du kannst die Brücke, die anno dazumal übrigens von einem Schüler von Gustave Eiffel entworfen wurde und wohl deshalb im Stile dem Eiffelturm ähnelt, nicht nur unten, sondern auch oben in luftiger Höhe zu Fuss überqueren. Ob tagsüber oder nachts, wenn die Lichter der Stadt funkeln: Phänomenal ist der Panoramablick über die Stadt zu jeder Tageszeit.  

Kulinarische Höhenflüge

Von kleinen Wein- und Tapas-Bars über typisch portugiesische Restaurants bis hin zu Top-Gourmet-Lokalen: In Porto haben Vollblut-Geniesser die Qual der Wahl. Sehr hilfreich bei der Auswahl des Lokals ist der Download der Tripadvisor-App und die dazu kostenlos erhältliche Offline-Karte von Porto. Authentische Gerichte in einer tollen Atmosphäre gibt es zum Beispiel im Papavinhos (Rua de Monchique 23/24). Unglaublich leckere Tapas und exquisite Weine locken im À Bolina (Avenida de Gustavo Eiffel 202) oder in der Bodeguita (Rua das Flores N 211).

 

Genussvolles Portwein-Tasting

Für Freunde des guten Geschmacks ist Porto allgemein ein absoluter Traum. Schliesslich ist die Stadt das Epizentrum des Portweins und hat ihm denn auch seinen Namen verliehen. Die edlen Trauben für den „Vinho do Porto“ wachsen allerdings nicht in der Stadt selbst, sondern in der wunderbaren Weinbauregion Douro im Nordosten Portugals, die zu den ältesten Weinbaugebieten der Welt und zum UNESCO Welterbe zählt. Nach traditioneller Methode werden die Trauben dort bei vielen Kellereien tatsächlich noch mit den Füssen zertreten. Nach der Zusammenführung von gärendem Wein und hochprozentigem Weingeist bleibt der junge Portwein den Winter über im Dourotal. Erst im Frühling, kurz bevor die Sommerhitze einsetzt, werden die edlen Tropfen nach Vila Nova de Gaia auf die gegenüberliegende Flussseite von Porto gebracht, wo sie fortan in den kühlen Lodges reifen.

Der ausgiebige Besuch eines solchen Portweinkellers ist denn auch ein absolutes Muss für Porto-Reisende. Ein besonders schönes und edles Portweinhaus ist Taylor’s (Rua do Choupelo, 250). Wer möchte, kann hier in einer ca. einstündigen Tour per Audio-Guide (auch in Deutsch erhältlich) viel Wissenswertes über den Portwein erfahren, zwischen den Fässern durchschlendern, sich anschliessend in den herrlichen Rosengarten setzen und ein stilvolles Portwein-Tasting geniessen. Tipp: Ideal ist ein Besuch der Kellerei zwischen 10 und 11 Uhr morgens. Dann bist du pünktlich zum Mittagessen fertig und umgehst so den grössten Besucheransturm. Ein sensationelles Gourmet-Restaurant (Restaurant Barão Fladgate) befindet sich übrigens unmittelbar direkt neben dem Portweinkeller und bietet wohl den schönsten Ausblick auf die Altstadt Ribeira.

 

Tag am Strand

Für einen Abstecher zum Strand kannst du entweder ein Fahrrad mieten oder ganz romantisch mit einem nostalgischen Tram (Linie 1) bis zur Endstation fahren und von dort aus zu Fuss der Strandpromenade entlang spazieren bis du den für dich geeigneten Strandabschnitt gefunden hast. Zur Auswahl stehen gleich mehrere Praias: Bevor du zu einem relativ breiten Sandstrand gelangst, passierst du einige Strandabschnitte mit gröberem Sand bzw. Kiesel und/oder Felsbrocken. Achtung, Übermütige seien schon mal vorgewarnt: Porto liegt nicht am Mittelmeer, sondern am kühlen Atlantik. Eine Wassertemperatur von knackig frischen 19°C ist im Sommer normal.

 

In Feierlaune

Liebst du es, den Puls einer fremden Stadt zu spüren und mit Locals ins Gespräch zu kommen? Dann solltest du deinen Kurz-Trip nach Porto unbedingt so legen, dass du in der Nacht vom Montag zum Dienstag noch in der Stadt weilst. Dann geschieht nämlich etwas, das schon fast an einen Flashmob erinnert: Von überall her strömen Junge und Junggebliebene ans Flussufer zu den verschiedenen Bars, trinken in fröhlicher Runde und haben bis tief in die Nacht hinein Spass. Und dies nicht etwa, weil dann ein spezieller Tag gefeiert wird, sondern schlicht und einfach, weil montags in vielen Bars der Altstadt Happy Hour ist und die Drinks dann viel günstiger sind als an anderen Wochentagen.

 

Extra-Tipps

  • Nimm dir für einen Trip nach Porto mindestens drei Tage Zeit. Planst du einen Badetag am Strand ein, buchst du besser gleich drei Übernachtungen bzw. vier Tage. So kannst du die Stadt absolut stressfrei und in aller Ruhe auf dich wirken lassen.
  • Der frühe Vogel fängt den Wurm: Empfehlenswert ist es, für die Anreise einen möglichst frühen Flug zu buchen (z.B. mit der SWISS um 6.20 Uhr ab Zürich). Nach zweieinhalb Stunden Flugzeit und einer Zeitverschiebung von einer Stunde hast du so immer noch fast den ganzen Tag vor dir.
  • Buche eine Unterkunft bzw. ein Hotel am besten im farbenfrohen und pulsierenden Stadtviertel Ribeira (z.B. The House Ribeira Porto Hotel). Der Stadtteil ist der ideale Ausgangspunkt für Unternehmungen aller Art (Sightseeing, Nightlife, Essen).
  • Obwohl Porto „nur“ etwas mehr als 200'000 Einwohner hat, besitzt die Stadt eine Metro. Diese ist vor allem praktisch, um vom Flughafen schnell ins Zentrum zu gelangen. Vom Ankunfts-Terminal aus wählst du Metro Linie E (violette Linie) und fährst ca. 25 Minuten in die Innenstadt. Liegt das Hotel in der Altstadt, musst du bei der Haltestelle „Trindade“ auf die gelbe Linie D (Richtung Santo Ovidio) umsteigen und bis zur Haltestelle „São Bento“ fahren. Hier findest du den Fahr- bzw. Metro-Plan.
  • Porto ist ein äusserst kostengünstiges Reiseziel und die Preise für Essen, Getränke, Souvenirs & Co. sind deutlich niedriger als in anderen europäischen Grossstädten. Zu empfehlen ist deshalb das Mitführen von kleinen Euro-Noten (am besten sind 5-, 10- und 20-Euro-Scheine) bzw. Euro-Münzen. Grössere Euro-Scheine werden nur sehr ungern oder gar nicht angenommen.
  • Da in Porto fast alles zu Fuss erreichbar, die Stadt sehr hüglig und verwinkelt ist und es fast überall Kopfsteinpflaster hat (Vorsicht, High-Heels-Killer!), werden die Füsse zwangsläufig etwas strapaziert. Bequemes Schuhwerk ist deshalb ein absolutes Muss.